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Wanjura, Frank G

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Guadalupe/Ecuador 28.11. - 16.12.2016

Nach den schönen Eindrücken und Erfahrungen während meiner Zeit in Huancarani/ Bolivien wollte ich nun  auch sehr gerne das Projekt in Guadalupe/Ecuador kennenlernen.
Da das Ganze, aus persönlichen Gründen, dieses Mal nicht als Team  Zahnarzt/Zahntechniker mit meinem guten Freund  Dr.Tobias  Bensel stattfinden konnte, musste ich mich allein auf die Socken machen. Auf der einen Seite verursachte die Vorstellung, eine solche Reise allein  anzutreten, ein merkwürdiges Bauchgefühl  aber andererseits empfand ich es als eine positive Herausforderung!  So wurden ab Anfang 2016 alle Vorbereitungen, für den Einsatz der im November/Dezember 2016 stattfinden sollte, getroffen. Die Flüge wurden gebucht, der Impfausweis wurde aktualisiert, benötigte Repellentien sowie  anderweitiges Equipment besorgt. Von Ekkehard bekam ich wieder ein Paket mit zahnärztlichen und zahntechnischen Materialien zur Mitnahme zugesandt. Der Kontakt  war auch diesmal wieder angenehm und zuverlässig. Als eine große Hilfe, bereits im Vorfeld, stellte sich Padre  Georg Nigsch (Leiter der Klinik in Guadalupe) heraus. Er organisierte Inlandsflüge und Taxifahrten und hat auch sonst immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Wünsche der Volontäre.  Alles wurde immer in Windeseile erledigt, ein Organisationstalent!
Ende November waren dann alle Vorbereitungen abgeschlossen, Koffer waren gepackt und am 23.11.2016 sollte es dann nun endlich losgehen! Für den Hinflug hatte ich mir die Strecke: Leipzig-Frankfurt-Panama-Quito auserkoren. Dass der Tag der großen Reise genau auf einen Streik der Lufthansa-Piloten fiel, bescherte mir einige graue Haare! Gott sei Dank wurde hier aber nur der Zubringerflug nach Frankfurt gestrichen, den ich durch eine Anreise mit der Bahn ersetzen konnte. Alle anderen Flüge verliefen zum Glück  reibungslos.
Nach 4 spannenden Tagen  in der Hauptstadt Ecuadors ging es dann per Tame-Inlandsflug weiter nach Catamayo/Loja. Geht recht fix, 50 Minuten circa. Kaum ist man oben, ist man auch schon wieder unten! Von  Loja aus hätte ich die Reise nach Guadalupe dann eigentlich  gern mit dem Bus fortgesetzt. Da mein Spanisch aber nicht wirklich verhandlungssicher ist und ich mich vor Ort nun auch noch nicht wirklich auskannte, war mir die Geschichte doch nicht ganz geheuer und ich hatte mir im Vorfeld über Georg ein Taxi organisiert. Kostet zwar 60 $, aber für knapp 3 Stunden Autofahrt mit einem ortskundigem Taxifahrer kann man da nicht meckern! Messias (Taxifahrer) war dann auch sehr pünktlich am Flughafen, wartete schon  und es konnte direkt losgehen. Die Ankunft in Guadalupe hatte ich mir auf einen Samstag gelegt, so verblieb bis zum ersten Arbeitstag etwas Zeit, um sich einzugewöhnen und alles kennenzulernen. Empfehlenswert, denke ich…
Nach einer, ca. 3-stündigen, wunderschönen  Autofahrt kamen wir In der Clinica an, und ich wurde von Georg, Sonja, Claudio sowie Werner freundlich begrüßt. Später lernte ich dann auch Amanda und die Hermanas kennen.  Zur Unterkunft kann man nur Positives berichten. Es ist alles da, was man braucht! Die Zimmer, mit eigenem Bad,  sind geräumig und sauber. Es gibt eine gut ausgestattete Küche mit Vorratsraum und einen Waschraum mit Waschmaschine. Durch die vielen Volontäre, die hier bereits tätig waren, hat sich auch eine beträchtliche Menge Bücher, DVD´s und anderer Utensilien zum Zeitvertreib angesammelt. Sogar ein funktionierendes WLAN steht zur Verfügung. Nicht zu vergessen natürlich die absolut geniale Terrasse, mit einem atemberaubenden Blick auf das Yacuambi-Tal, auf der gefrühstückt und abends auch manches Getränk zu sich genommen wurde! Das folgende, erste Wochenende, wurde dann wie geplant zum kennen lernen und eingewöhnen verbracht.
Am Montag darauf sollte es dann auch endlich im Labor an die Arbeit gehen. Werner, auch Zahntechniker, hatte schon gut zu tun und es standen bereits 8 Arbeitsschalen bereit, um bearbeitet zu werden. Das Labor ist mit allem, was zum Herstellen von Kunststoffprothesen benötigt wird, ausgestattet. Es sind zwei Arbeitsplätze mit guten Motoren/Handstücken vorhanden, Drucktopf, Dampfstrahler, Poliermotor und Gas aus der Flasche. Material ist in ausreichendem Umfang und guter Qualität vorhanden. Wenn etwas zur Neige geht, wird bei Amanda oder, bei Bestellungen in Deutschland, bei Ekkehard nachgeordert. Und so vergingen dann die Arbeitstage…Nach einem stärkenden, selbst zubereiteten, Frühstück geht es ab 8 Uhr ins Labor bis 12 Uhr. Genauer gesagt, bis 10 vor 12 Uhr, denn die Hermanas legen großen Wert auf pünktliches Erscheinen zum Mittagessen um 12.00 Uhr. Es gibt eine wirklich gute, abwechslungsreiche Versorgung durch Carmen, die Köchin der Einrichtung. Dann wird ab 13 Uhr,  bis zum Feierabend um 17 Uhr, wieder im Labor gewirkt. Direkt an das Labor angrenzend, die Technik dient quasi als Durchgangsraum, befindet sich der „Optiker“. Hier war Claudio für das Messen der Sehstärke und das Verteilen von Lese-bzw. Sonnenbrillen verantwortlich. Da hier regelmäßig großer Andrang herrschte, kam man auch ab und zu mit Leuten ins Gespräch, es gab neugierige Blicke auf unsere Arbeitsplätze und es wurde damit nie langweilig. Um 18.00 Uhr gab es dann, wie gesagt pünktlich, Abendessen. Am Abend konnte man einen kleinen Spaziergang in die Umgebung oder, über die abenteuerliche Hängebrücke,  ins Dorf machen, um ein oder vielleicht auch zwei Cervezas zu sich zu nehmen. Oder wir saßen einfach gemütlich auf der Terrasse, haben den Ausblick genossen und uns unterhalten. An dieser Stelle möchte ich Sonjas und Claudios Barkeeperqualitäten hervorheben. Die Cocktails waren alle furchtbar lecker! ;-)
Ansonsten gab es für die Freizeit– und Wochenendgestaltung reichlich Möglichkeiten. Baden im Fluss in Santa Cruz, Ausflüge nach Zamora und Yantzaza,  Froschessen in Piunza oder einfach nur abhängen auf der Hängematte auf der Terrasse. Auch ein sehr leckeres von Doña Germania zubereitetes Cuy Asado wird mir in Erinnerung bleiben. Auch war der Reisezeitraum sehr günstig, um in der Vorweihnachtszeit jede Menge Fiestas und kirchliche Veranstaltungen mitzuerleben. Alles wirklich spannend! Für das leibliche Wohl ist an den Wochenenden Selbstversorgung vorgesehen, die hierfür benötigten Zutaten können aber einmal in der Woche bei den Hermans geordert werden.
Als die drei Wochen wie im Flug vergangen waren, hieß es dann leider wieder Abschied nehmen. Der fiel mir, ohne zu übertreiben, wirklich schwer. Mit etwas mehr Sicherheit wurde die Reise nach Loja/Catamayo dieses Mal  mit dem Bus angetreten. Alles gut gegangen J Von dort aus ging es mit Tame wieder nach Quito, wo ich mir, auch auf dem Rückweg, 4 Tage zum Verweilen eingeplant hatte. Es gibt halt jede Menge zu sehen und zu erleben. Das Zentrum der Stadt mit der Plaza Foch (der „Partymeile“), das historische Zentrum u.a.  mit der Plaza Grande und vielen Kirchen und Museen. Unbedingt empfehlenswert: mit dem Teleferico (Seilbahn) bis auf eine Höhe von 4100 zu fahren! Man hat einen unbeschreiblichen Ausblick über Quito und die umliegende Landschaft (Vulkane). Mitad del Mundo: die Mitte der Welt…ca. 20 Minuten außerhalb der Stadt kann man die Äquatorlinie mit vielen Interessanten Ausstellungen besuchen. Wenn etwas mehr Zeit übrig ist, sind sicher auch ein Besuch auf dem Cotopaxi (aktiver Vulkan) oder den Galapagos-Inseln zu absolvieren. Vielleicht und hoffentlich  dann beim nächsten Ecuador-Besuch… Der Rest der Strecke wurde dann über Bogota und Frankfurt bis zur Endstation Leipzig zurückgelegt.
Zurückblickend möchte ich sagen, dass ich drei  wundervolle, erlebnisreiche und auch harmonische Wochen in Guadalupe verbringen durfte. Hier wurden alle Erwartungen übertroffen! Ich habe viele tolle Sachen erleben können und jede Menge neue, nette Leute kennenlernen dürfen. Vielen Dank an Georg, Amanda, die liebenswerten Hermanas, Werner, Lida, Mariana und Carmen.
Besonders hervorheben und danken möchte ich aber  Sonja und Claudio! Hoffentlich bis bald mal…
Tschüss Guadalupe, tschüss La Mision! Ich komme sicher wieder!
Frank Wanjura
 
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