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Badenheuer, Werner

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Huancarani, 13.06. bis 05.08.2016
 
 
Meine Ankunft in Cochabamba am Donnerstag den 10.06.16 am Flughafen von Janine, Joaquin und Thika war sehr herzlich. Eigentlich hätte ich ja einen Tag früher ankommen sollen, aber ich hatte mich in der Mitteilung für den Flugplan um einen Tag vertan und ich konnte nicht alle sofort kennenlernen, die mich am Tag vorher empfangen wollten.
 
Ich wurde nach dem Einkauf herzlich zu einem tradionellem Mittagessen eingeladen im Haus von Janine und Joaquin. Anschließend wurde ich zum Consultorio nach Huancarani gefahren und konnte schon ein wenig die Umgebung von Cochabamba kennenlernen, da ich ja das erste Mal zu einem Einsatz als Zahntechniker (ohne Grenzen) in Bolivien war.
 
Im Consultorio lernte ich dann Doña Adela, unsere Köchin, Dentista Katja aus Bremen und Assistentin Anja kennen, die mich ebenso herzlich als Neuling begrüßten.

Eigentlich hatte ich mich ja nur für den Einsatz in Ecuador für den Herbst eingeschrieben, aber bei der Mitgliederversammlung im April hatte mich Dr. Ekkehard Schlichtenhorst gefragt,
weil das Labor in Huancarani nun auch fertig sei für die Placaherstellung, ob ich nicht Zeit hätte für einen Einsatz in Huancarani? Nun, ich als frischgebackener Rentner hatte Zeit, hatte zugesagt und Ekkehard hat mich gleich auf zwei Monate festgelegt. Nun denn, hatte ich mir im Stillen gedacht, das schaffe ich auch und werde dort meine ersten Erfahrungen machen in Bolivien.
 
Gelesen über FCSM e.V. hatte ich vor Jahren in der Fachzeitschrift Dentallabor und war „elektrisiert“, das will ich auch mal machen, aber ich war noch zu stark in Beschäftigung vom Labor in Südbayern und bei meinen Einsätzen in den Zahnkliniken, dass ich noch keine Möglichkeit sah, auch einen Sprung über den Ozean zu wagen, ergo hatte ich bis zur Rente gewartet, um dafür Zeit zu haben.
Nun war ich hier, hatte alles begutachtet, die Wohnung mit den Zimmern war in Ordnung, im Labor war das wichtigste vorhanden, nur der Staub im trockenen Tal von Huancarani
hatte etwas alles leicht eingepudert. Ergo hatte ich mich vor meinem Einsatz erst einmal ans Saubermachen gemacht und am Sonntag an die Wohnung mit Dentista Katja, die mich gleich
voll mit einspannte und „klar Schiff machte“. In der überwiegend trockenen sonnigen Luft und den starken Staubwinden am Nachmittag und Abend, war öfters Staub wischen und kehren von Nöten.
Am Samstag war erst ein Besuch in Cochabamba mit Dentista Katja und Anja, Anja zeigte uns, wie man mit den Trufi,s (Kleinbusse) fährt, die Plätze und Straßen vom Nachbarort Quillacollo, sowie in CBBA (Abk. f. Cochabamba) und brachte uns mit Taxi zum Aussichtpunkt Christo-Statue auf dem Berg von CBBA. Die Fahrt mit der Seilbahn hinauf zur Statue und die Aussicht auf das Gebiet von CBBA war schon ein Erlebnis.

Am Montagnachmittag 13.06. begann dann mein erster Einsatz, Patienten für Placa,s (einfache Kunstoffprothesen) warteten schon auf mich. Einfache UF mit Erweiterung und weitere etliche neue Abdrücke für Placas, ich war sehr zufrieden mit den Abformungen und den Vorbereitungen von Dentista Katja und sie mit meinen exakt passenden Fertigstellungen.
Als Ansprechpartner für Besorgungen und Material war Ronald zuständig und hat auch fast alles besorgen können, Kleinigkeiten fürs Labor hatte ich selbst erledigt.
Katja war nur für drei Wochen in Huancarani und wollte neben der Arbeit auch noch ein wenig anderes sehen von Bolivien, ergo lud sie mich ein, ob ich sie nicht begleiten möge für einen
Besuch der alten Stadt Sucre im Süden. Habe zugestimmt und wir flogen am 2. Wochenende nach Sucre, hatten ein Hotel im Zentrum auf Empfehlung von Thika und Ronald, gegenüber vom Zentralen Mercado von Sucre. Wir besuchten ein Historisches Museum, ein hohen Aussichtsplatz mit leckerem Restaurant mit herrlicher Aussicht und tranken am Abend ein Deutsches Weißbier im Cafe Cosmo. Am nächsten Tag besuchten wir noch den Dinosaurierpark bei Sucre, mit Dino-Fußspuren in Stein an einer senkrechten Felswand. Am Montagmorgen war wieder Rückflug nach CBBA, damit wir zu Mittag wieder im Consultorio rechtzeitig zum Einsatz zurück waren.
Katja wollte noch mehr erleben, weil aber nach ihr Dentista Katrin kommen sollte und die frisch von der Uni kam, wollte sie doch im Consultorio bleiben, um Katrin noch einzuarbeiten. Katrin war eingetroffen und Katja hatte ihr noch einiges gezeigt und ist am dritten Wochenende nach Bremen zurückgereist.
Für mich als ZT war die Zusammenarbeit mit Dentista Katrin nicht ganz so erfolgreich, aber mit meiner langjährigen Erfahrung konnte ich alles wieder zur vollen Zufriedenheit aller richten. Dentista Katrin war auch nur drei Wochen in Huancarani und ist danach zurückgeflogen nach Peru, von wo aus sie gestartet war.
Nach Katrin wurde Dentist Hisham angekündigt, er kam auch frisch von der Uni, aber mit Hisham war es ein erfolgreicheres Zusammenarbeiten, weil er sich intensiver um alles bemühte und auch Mitteilungen von einem alten Zahntechniker auch gern angenommen hatte. Von Katja, über Katrin und Hisham hatte ich zum Schluss für Placa,s gut 20 Patienten
in Arbeit mit gut 40 Placa,s, teilweise kompliziert mit etlichen komplexen Klammern und UK-Bügeln, dazu etliche OK und UK (28 er) totale Prothesen.
Um auch ein wenig mehr von Bolivien zu sehen, hatte ich noch über ein Wochenende einen Besuch in der Hauptstadt La Paz gemacht, mit einem der Überlandbusse, hatte dort auch eine der vielen Fiestas erlebt, die gern in Bolivien gefeiert werden.
In meiner letzten Woche ist Dr. Schlichtenhorst noch eingetroffen für einen Tag, für ein kurzes Austauschgespräch, um am nächsten Morgen weiter nach Sucre zu fliegen für organisatorische Aufgaben.

Am Samstag der letzten Woche ist dann mein Nachfolger Zahntechnikermeister Waldemar eingetroffen, der nach mir für drei Wochen das Labor führt. Waldemar hatte ich noch alles gezeigt, er war auch zufrieden mit Einrichtung, er hatte ja schon einen Einsatz in Guadalupe gehabt, in Ecuador. Habe ihm auch nochmal die Nachbarorte Quillacollo und Sipe Sipe gezeigt, wo und wie man dort einkaufen kann, wie man mit den Trufis dort hinkommt. Er hat mir von seinen Erfahrungen in Guadalupe berichtet, dass dort alles etwas anderst ist, mehr grün am Urwald und nicht so trocken, wie in Bolivien.
Am Montagmorgen der 8.8.2016 war mein Rückflug von CBBA mit BOA und von Santa Cruz mit Air Europa nach Deutschland, via Madrid und am Dienstagmorgen um 10:00 h war ich wieder in München bei Regen gelandet.
Vermissen werde ich die herzliche Aufnahme der Familie von Doña Adela, Ehemann Don Phillipe, ihren Söhnen Wilfredo, Henry und Elias, ebenso bei einer Einladung zur Hochzeit vom Neffen von Don Philippe, hatte ich auch ihre andere Großfamilie kennen gelernt. Außerdem denke ich auch an die schönen Grillabende, wo Elias prima Rindersteaks nach bolivianischer Art zubereitet hatte.
Denke heute beim Schreiben des kurzen Erfahrungsberichtes für 8 Wochen, dass ich doch im nächsten Jahr einen neuen Einsatz bringe in Huancarani.
Werner Badenheuer
 
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