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Kropfeld, Judith

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Guadalupe - April 2014
Gesellenprüfung bestanden...und jetzt? Helfen klingt doch gut!
Ich hatte schon viel über Hilfsprojekte im Ausland gehört - das klang immer toll. Jetzt wollte ich auch einmal selbst dabei sein!
Ziemlich kurzfristig entschied ich mich und dank der super Kommunikation mit Pater Georg ging die Reise auch schon los. Mein erstes Hilfsprojekt als Zahntechnikerin führte mich zur Clínica Misional "Nuestra Señora de Guadalupe" in Ecuador.
Nach einer langen Reise mit Auto, Bahn und Flugzeug (auch den etwas abenteuerlichen Inlandsflug mit der Propellermaschine überlebte ich) kam ich endlich an - leider ohne Koffer. Der steckte wohl noch irgendwo in Panama fest.
Dafür wurde ich sehr herzlich von den anderen Voluntarios in Empfang genommen. Ich hatte eigentlich keinerlei Vorstellung, was mich alles so erwartete, und war dennoch sehr positiv überrascht. Die "Eingewöhnungsphase" dauerte nicht lange und ich fühlte mich wie zu Hause. Schließlich kam auch mein Koffer nach Guadalupe und ich musste nicht den ganzen Tag in Klinikkleidung herumlaufen... wobei das eigentlich sehr bequem war.
Ich wohnte mit den anderen Voluntarios zusammen in einem Haus, der Residencia, und jeder hatte ein eigenes Zimmer mit Bad. Es gab fließend Wasser, Strom und sogar WLAN, richtiger Luxus! Gefrühstückt haben wir jeden Tag zusammen auf der Terrasse mit dem besten Ausblick, den man sich wünschen kann.
Um kurz vor 8 liefen wir jeden Morgen zur Klinik und wurden von den Patienten begrüßt, die schon auf die Ärzte warteten. Das zahntechnische Labor befindet sich auf der Rückseite der Klinik und ist komplett ausgestattet, sodass man dort prima arbeiten kann.
Die Auswahl an Zähnen für neue Placas oder auch Reparaturen und Erweiterungen ist riesig! Der passende fand sich immer.
Es dauert zwar alles ein wenig länger, aber das ist vermutlich mit fast allem in Südamerika so.
Die Zusammenarbeit mit den Zahnärzten war super - da ich alleine im Labor war, kamen sie mich, wenn Zeit war, 'besuchen' und halfen mir mit der Arbeit. Und wenn ich Zeit hatte, durfte ich zu ihnen und beim Einsetzen der Placas zusehen. Die Leute dort waren wirklich sehr lieb und haben sich immer wahnsinnig über ihre neuen Zähne gefreut. Da hat das Arbeiten wirklich viel Freude bereitet und man hat freiwillig einige Überstunden gemacht.
Langweilig wurde es ohnehin nicht, da es immer genug zu tun gab und auch viele neugierige Patienten gerne mal ins Labor schauten. Da war ein bisschen Spanisch schon ganz hilfreich. Mit Händen und Füßen funktionierte es aber auch wunderbar!
Um Punkt 12 und 18 Uhr stand bei den Hermanas (den Nonnen, die dort wohnen) das Essen auf dem Tisch - jedesmal super lecker (und auch super lustig. Sie erinnerten mich irgendwie an dem Film Sister Act... ;-) ). Auch das gemeinsame Abspülen war sehr amüsant.
Die gemeinsame Freizeit verbrachten wir tagsüber mit vielen Ausflügen in die wunderschöne und sehr beeindruckende Umgebung und abends mit Spielen, Filmen (aus der großen DVD-Sammlung der Residencia) und Popcorn.
Über Ostern war die Klinik geschlossen und wir nutzten die freie Zeit, um mit dem Bus eine kleine Rundtour durchs Land zu machen. Sehr empfehlenswert! Die beeindruckende Landschaft, welche sich ständig ändert (Regenwald, Hochland, Täler, Vulkane...) entschädigt die langen Stunden im Bus bei weitem!
In den viel zu kurzen 5 Wochen wuchsen mir die Ärzte, Pater Georg, die Hermanas und die Mitarbeiter der Klinik sehr ans Herz und sie waren für mich meine neue ecuadorianische Familie. Ich werde in den nächsten Jahren bestimmt wiederkommen und kann wirklich jeden ermutigen, ebenfalls in solch einem Projekt mitzuarbeiten - auch alle Jungtechniker!  
Judith Kropfeld
 
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