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Das Thema ZIKA-Virus geht momentan durch alle Medien, weshalb ich etwas zur Aufklärung beitragen möchte:

 
Am 23. Januar 2016 habe ich an einer reisemedizinischen Tagung in Stuttgart teilgenommen, auf der das Thema ausführlich besprochen worden ist. Auf meine ausdrückliche Frage wurde mir von Experten bestätigt, dass die Aedes-(Tiger-)Mücke als Überträger des ZIKA-Virus nur im Tiefland unter 1.000 m aktiv ist. Unsere Projekte in Huancarani und Bolivia movil/Sucre-Zudañez befinden sich in Höhenlagen zwischen 2.300 und 2.800 Metern, da kann die Mücke nicht mehr fliegen. Dort besteht also keine Gefahr einer Infektion! Dasselbe gilt übrigens für Dengue und Chikungunya, die ebenfalls von der Tiger-Mücke übertragen werden.

Anders sieht es im Projekt Bolivia movil/Chapare (ca. 300 m üNN) aus. Dort sind alle Mücken unterwegs, also auch Gelbfieber und Malaria, auch wenn sie dort (noch) sehr selten vorkommen. Hier gilt also umfassender Mückenschutz durch helle Kleidung, Repellentien und Mosquito-Netz. Anders als die Dämmerungs-aktiven Mücken (Anopheles für Malaria und die für Gelbfieber (für letztere sind wir geimpft, übrigens nach neuen Erkenntnissen lebenslang!)) sind die Tiger-Mücken Tag- und Nacht-aktiv!!! Aber sie haben ein schlechtes, träges Flugvermögen.

Inwieweit unser Projekt „Guadalupe“ betroffen ist, kann ich momentan nicht sagen, ich bemühe mich aber um weitere Informationen.

Bei der Anreise nach Bolivien kommt Ihr evtl. über Santa Cruz, das im Tiefland liegt. Aber auch hier kann ich Entwarnung geben, in einer Gross-Stadt ist die Ansteckungsgefahr sehr gering, aber meistens bleibt man auf dem Flughafen Viru Viru im Transitbereich und kommt gar nicht nach draussen, also auch hier keinerlei Gefahr.

Eines ist sicher: Schwangere müssen unbedingt zu Hause bleiben. Auch wenn der Nachweis eines Zusammenhanges zu den Micro-Zephalien noch nicht gesichert ist - hier gilt das absolute Sicherheits-Gebot.

Die ZIKA-Infektion verläuft meist subfebril, bei vielen Infizierten sogar unbemerkt. Leitsymptom ist eine Konjuktivitis, die nach wenigen Tagen wieder verschwindet. Der Infektionsweg von Mensch zu Mensch (z.B. über Tröpfchen-Infektion) ist nicht bekannt (allenfalls über Bluttransfusionen und Sexualkontakte), aber wenn ein Infizierter während der akuten Phase von einer (sauberen) Tigermücke gestochen wird, kann diese die Viren weiterverbreiten.

Ob wir Chapare möglicherweise absagen müssen, hängt von der weiteren Entwicklung der Epidemiologie ab und davon, wie weit die dort eingesetzten Voluntarios absagen wollen. Dafür habe ich Verständnis, auch wenn damit der Belegungsplan gründlich durcheinander geworfen würde.

Ekkehard Schlichtenhorst, 29. Januar 2016

Update Juni 2016 lt. einer ecuadorianischen Zeitung "La Hora", die sich auf Berichte des Gesundheits-Ministeriums stützt:
In Ecuador gibt es nicht mehr als  200 Zika-Infizierte (z.Vergleich Colombia: 80.000), vorwiegend im Costa-Bereich. Nach deren Einschätzung ist die Gefahr praktisch vorüber, da die Mosquitos in der nun anbrechenden Trockenzeit keine Überlebenschancen hätten. Im Yacuambi-Tal sei übrigens noch keine Zika-Erkrankung aufgetaucht.
Hier eine Zusammenstellung der Symptomatik verschiedener Infektionen durch die Aedes-(Tiger-)Mücke:

Symptom             Chikungunya                     Dengue                           Zika-Virus-Infektion
                                
Fieber                   plötzlich,                      schrittweise ansteigend              wenn überhaupt, dann meist
                             bis zu 40 Grad                                                             nur leichtes Fieber, selten über 38,5 Grad
                                
Fieberdauer         nur wenige Tage,                  1 Woche                          nur wenige Tage
                       2 Gipfel mit Fieberpause
                               
fleckig-knotiger        häufig                               selten                            häufig, etwa 6 Tage anhaltend
Hautausschlag
                      
Blutungen                 selten                           fast immer bei                      nicht bekannt        
(hämorrh. Fieber)                                        Zweitinfektion
                      
Gelenkschmerzen fast immer                      selten und wenn,                   nur wenige Tage
                  z.T. Monate anhaltend                  deutlich kürzer
                      
Konjunktivitis           selten                                selten                             häufig (Leitsymptom)
                      

 
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