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Dollinger, Lisa

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Huancarani, 15. September - 20. Iktober 2025
Ich durfte 5 Wochen im Projekt in Huancarani, nahe Cochabamba, als Zahnärztin mitarbeiten. Die Zeit dort war menschlich und fachlich unglaublich bereichernd, und wenn sich mir mal wieder die Gelegenheit bieten sollte würde ich immer wieder gerne nach Huancarani kommen.
Schon vom ersten Tag an wurde ich super herzlich von den anderen Voluntarios aufgenommen und wir waren in null Komma nix ein dream team! Die Consultorios, also die beiden Behandlungsräume waren sehr gut ausgestattet, sodass man auf deutschem Niveau arbeiten konnte. Lediglich die Absaugung hat manchmal etwas Schwierigkeiten gemacht, aber ansonsten lief alles reibungslos.
Jeden Tag ging es um halb 9 los und da wir die meiste Zeit zu dritt oder zu viert waren, konnten wir immer abwechselnd behandeln und uns gegenseitig assistieren und dabei auch voneinander lernen. Die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten war sehr erfüllend; viele kamen mit großem Vertrauen und Dankbarkeit zu uns, und gerade bei den Kindern war ich immer wieder erstaunt, wie gut sie mitgemacht haben und wie tapfer sie waren im Vergleich zu so manch einem Kind, das ich in Deutschland behandelt hatte! …natürlich hat es auch viel geholfen, dass ich etwas Spanisch mit ihnen reden konnte.
Auch das Zusammenleben im Team war wunderschön. Unsere Köchin, Doña Adela, hat anfangs fantastisch gekocht – typisch bolivianisch, mit viel Liebe und einfach lecker. Leider musste sie später häufiger ins Krankenhaus, und so haben wir Voluntarios abends oft selbst gekocht. Dabei haben wir alles aus der kleinen Küche rausgeholt was ging! Es gab alles, von Curry, selbstgebackenen Wraps mit Bohnen und Gemüse, gebratenen Reis und Papalisa bis hin zu Lava Cakes und Mango Lassi. Die Abende haben wir meist gemütlich mit Kartenspielen verbracht oder sind das ein oder andere mal gemeinsam „die Golfplatzrunde“ gelaufen – eine kleine Strecke um einen verlassenen Golfplatz.
An den Wochenenden hatte ich die Möglichkeit, meine „indirekte Familie“ in Cochabamba zu besuchen, aber auch gemeinsam mit den anderen Freiwilligen das Land zu erkunden. Besonders in Erinnerung bleiben mir unsere Ausflüge ins wunderschöne Sucre, nach La Paz am Tag der Wahlen und die Wanderung auf den Pico Tunari. …Ein kleiner Tipp: Geht dort wirklich nicht ohne Guide – bei uns hat es auf dem Rückweg plötzlich zu schneien begonnen, und man sah den Weg kaum noch. Ohne unseren Guide hätten wir wahrscheinlich den Abstieg nicht gefunden!
Insgesamt war die Zeit in Huancarani eine wunderbare Mischung aus Arbeit, Abenteuer und Gemeinschaft. Ich habe viel gelernt, nicht nur über Zahnmedizin, sondern auch über Kultur, und wie schnell aus fremden Menschen Freunde werden können. Ich bin unglaublich dankbar für diese Erfahrung.
Lisa Dollinger
Im Folgenden gebe ich kulinarische Empfehlungen, lest ruhig weiter:
Bolivianische Küche & Restaurants in Cochabamba
Hier noch ein Guide für die bolivianische Küche (speziell mit typischen Gerichten der Gegend um Cochabamba) und ein paar Restaurant Tipps in Cochabamba – sowohl zu Orten, an denen man authentische bolivianische Küche probieren kann, als auch zu westlichen Restaurants, in denen man gut und sicher essen kann, ohne Bauchschmerzen befürchten zu müssen (mit Salat wäre ich trotzdem immer eher vorsichtig):
Typisch bolivianische Gerichte – ein kleiner Überblick:
Salteñas: Gebackene Teigtaschen, ähnlich wie Empanadas, der Teig ist oft leicht süßlich, hat typischer weiße eine gelb-orange Farbe und der gedrehte Rand oben ist dunkel, gefüllt mit Fleisch, Kartoffeln, Ei, Erbsen und einer würzigen, manchmal pikanten Soße. Sie werden meist vormittags, zum Frühstück gegessen, in dem man an einem Ende den Teig aufbricht und dann am besten ohne das Soße raus gekleckert Stück für Stück abbeißt, ein Löffel kann helfen.
Pique Macho: Ein leckeres Fleischgericht aus Rind, Würstchen, Tomaten, Zwiebeln, Pommes, Locoto (eine Paprika die meist leicht scharf, manchmal aber auch sehr scharf ist) und Soße – perfekt für den großen Hunger und beliebt zum Teilen
Silpancho: Ein Klassiker aus Cochabamba: Ein dünn geklopftes Rindfleisch-Schnitzel auf einer Schicht aus Reis, Kartoffeln und Spiegelei, serviert mit Salat und scharfer Llajua. Auch wieder super lecker!
Sopa de maní: Eine cremige Erdnusssuppe mit Kartoffeln, Gemüse und manchmal Hühnerfleisch – herzhaft, mild und typisch für die Andenregion. Leider variiert ihre Qualität sehr je nachdem wer sie zubereitet. Im Casa de Campo findet man eine sehr leckere Version der Suppe.
Llajua (eine Soße, kein Gericht): Eine frische, scharfe Soße aus Tomaten, Locoto (bolivianische Chili mit angenehmer schärfe) und Quirquiña – in Cochabamba allgegenwärtig. Sie wird zu fast jedem Gericht gereicht und ist das Herzstück der lokalen Küche. Auch Doña Adele macht eine super Llajua mit ihrem Mahlst
Chicharrón: Knusprig ausgebackenes Schweinefleisch, oft mit Mote (Maiskörnern) und Llajua serviert.
Anticuchos: Gegrillte Rinderherz-Spieße mit Kartoffeln und mehr oder weniger scharfer Erdnusssauce; typisches Streetfood, das abends an vielen Straßenecken verkauft wird. Lohnt sich zu probieren.
Piquante de lengua (gibt es auch mit Pollo): Gericht aus zarter Rinderzunge, die langsam gekocht und anschließend in einer würzigen, leicht scharfen Sauce serviert wird. Die Sauce wird meist aus Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Chili (ají colorado) und verschiedenen Gewürzen zubereitet. Das Gericht wird meist mit Reis und Chuno (spezielle Kartoffeln) serviert. Es ist ein herzhaftes, aromatisches, super leckeres Gericht. Man sollte sich nicht durch die Zunge abschrecken lassen!
Lapping: dünn geschnittenem, gekochtem und angebratenem Rindfleisch, serviert mit einer würzigen, leicht sauren, Zwiebel-Tomaten-Sauce. Dazu gibt es häufig Mote (Mais), Kartoffeln und etwas größere grau-grüne Bohnen.
Api con Pastel: Ein süßes Frühstücksgericht bestehend aus warmem aus einem warmen Maisgetränk, dem Api und einem frittiertem Teiggebäck. Api kann Violet oder weiß/gelblich sein, abhängig von der Farbe des verwendeten Mais. Ich würde sagen es schmeckt sehr Weinachtlich wegen dem verwendetem Zimt. Das frittierte Teiggebäck (Pastel), dass es zum Api dazu gibt, ist mit ein wenig Käse gefüllt (wer die Combi nicht mag kann auch fragen ob es ohne Käse zubereitet werden kann). Alternativ gibt es zum Pastel auch Tojori. Wieder ein Maisgetränk das mich etwas an Grießbrei oder Vanillepudding vom Geschmack her erinnert – besonders beliebt ist Api con Pastel in den frühen Morgenstunden.
Restaurants in Cochabamba:
 
Salteñeria El Canguro (für Salteñas) https://maps.app.goo.gl/TX6oWj5R5RQfCBuR7
Casa de Campo (für Lokale Küche) https://maps.app.goo.gl/ZhG9F6hCFbMaXZv8A
Api Teresita (für Api con Pastel & Tojori) https://maps.app.goo.gl/fbKhFB4UC2z9U4jo7
Tunari Restaurante (für Chicharon) https://maps.app.goo.gl/MFcaeRutNw33fyw66
Palacio del Silpancho (für Silpancho): https://maps.app.goo.gl/KUahGBKcPUTmnvvx7
Muela del Diablo (für Pizza, Paninis, gute Auswahl an Drinks) https://maps.app.goo.gl/YYenjoCMg4CicCdt5
1880 Bakery Cofee- Cafetería (für Sauerteigbrot, Kuchen, Kaffee) https://maps.app.goo.gl/pZK5KwMCoM9vxKsF9
Salón de té y café (zum Kaffeetrinken in schöner Umgebung) https://maps.app.goo.gl/hUUL4x6EmxVuHuQT7
Ritual Cafetería (Café, mit mehreren vegetarischen Optionen): https://maps.app.goo.gl/AmBzbhYrUWaVzHTE6
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